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Helferlisten-Tools im Vergleich: kostenlos — aber zu welchem Preis?

Stand: 11. Juni 2026 · 9 Min. Lesezeit

Die ehrliche Antwort auf „Welches Helferlisten-Tool ist das beste?“ beginnt mit einer unbequemen Gegenfrage: Mit welchem könnt ihr eure rechtlichen Pflichten überhaupt erfüllen? Denn wer Helfer mit Namen und Kontaktdaten einteilt, verarbeitet personenbezogene Daten — und damit gilt die DSGVO. Für euren Verein, nicht nur für Konzerne. Egal ob Excel, Gratis-Tool oder Bezahl-Tool.

Deshalb vergleicht diese Seite zuerst, was Pflicht ist — und erst danach Preise und Funktionen. Alle Angaben stammen von den öffentlichen Webseiten der Anbieter (Stand: Juni 2026, am Ende der Seite erläutert).

Was euer Verein erfüllen MUSS — mit jedem Tool

  • AVV (Art. 28 DSGVO): Verarbeitet ein Dienstleister eure Helferdaten, braucht ihr einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit ihm. Keine Kür — Pflicht. Ohne angebotenen AVV ist ein Tool für Helferdaten rechtlich nicht sauber einsetzbar.
  • Löschung (Art. 5 DSGVO): Nach dem Fest haben die Daten ihren Zweck erfüllt — sie müssen gelöscht oder anonymisiert werden. „Liegt halt noch im Tool“ ist ein Verstoß.
  • Keine unkontrollierte Offenlegung: Helfernamen samt Nummern für alle sichtbar (Aushang, offene Liste, WhatsApp-Gruppe) braucht eine Einwilligung jedes Einzelnen.
  • Betroffenenrechte (Art. 15/17 DSGVO): Jeder Helfer kann Auskunft und Löschung verlangen — und ihr müsst es tatsächlich leisten können.

Die Grundlagen im Detail: Helferliste & DSGVO.

Was passiert, wenn es schiefgeht

Niemand muss Panik schieben — aber die Konsequenzen sollte jeder Vorstand nüchtern kennen:

  • Eine Beschwerde genügt. Jeder Helfer kann sich jederzeit kostenlos und formlos bei der Landesdatenschutzbehörde beschweren. Dann prüft die Behörde — und fragt nach AVV, Rechtsgrundlage und Löschkonzept. Wer dann nichts vorzeigen kann, hat ein Problem, das nicht mehr von allein weggeht.
  • Anordnungen der Aufsichtsbehörde: Sie kann Auflagen machen bis hin zur Untersagung der Verarbeitung — im Zweifel mitten in der Festsaison.
  • Bußgelder sind real: Der Rahmen des Art. 83 DSGVO ist enorm, und auch wenn Behörden bei Vereinen mit Augenmaß agieren — es gab bereits Bußgelder gegen kleine Organisationen, etwa wegen offener E-Mail-Verteiler oder fehlender AV-Verträge. Für eine Vereinskasse sind schon vierstellige Beträge bitter.
  • Schadensersatz (Art. 82 DSGVO): Betroffene können bei Verstößen Ersatz verlangen — auch für immaterielle Schäden. Ein zerstrittener Ex-Helfer mit Anwalt reicht.
  • Die Vorstandsfrage: Das Ehrenamtsprivileg (§ 31a BGB) schützt Vorstände nur bei einfacher Fahrlässigkeit. Wer die Pflichten kennt und bewusst ignoriert, muss sich im Ernstfall die Frage nach der persönlichen Verantwortung gefallen lassen.
  • Und der größte Schaden steht in keinem Gesetz: „Der Verein hat unsere Daten an Werbenetzwerke verfüttert“ spricht sich im Dorf schneller herum als jedes Festprogramm. Helfer, die ihren Daten nicht trauen, tragen sich nicht mehr ein.

Der Pflicht-Check: die Tools im Vergleich

Genau daran sollte man Helferlisten-Tools zuerst messen. Das Ergebnis unserer Recherche auf den Anbieter-Webseiten:

ToolAVV für VereineWerbung in der HelferansichtHostingLöschkonzept Helferdaten
Gawaana (Basis/Premium)nicht auffindbarja — laut Preisseite „Helferansicht mit Werbung“; werbefrei erst mit Premium+ (28,49 €/Jahr). Die Datenschutzerklärung nennt u. a. Google AdSense mit personalisierten Anzeigen und Google Analytics.keine Angabenicht auffindbar
Standeinteilung.dekeine Angabe*die Bezahl-Version (2,99 €/Event) wirbt damit, dass Helfern keine Werbung angezeigt wirdkeine Angabe*keine Angabe*
helferliste.onlinenicht auffindbarwerbefreiDeutschlandkeine Angabe
helferliste.comnicht auffindbarwerbefreiDeutschlandkeine Angabe
Lukifynicht auffindbarwerbefreiDeutschland (ISO 27001)keine Angabe
Helferstube✓ automatisch im Accountwerbefrei + cookie-freiDeutschland✓ Auto-Anonymisierung 6 Monate nach dem Event

* Die Website von Standeinteilung.de ließ sich von uns nicht automatisiert prüfen; die Angaben beschränken sich auf die öffentlich beworbenen Funktionen.

Das Muster ist deutlich: Einen Auftragsverarbeitungsvertrag — die Grundvoraussetzung für den rechtskonformen Einsatz — haben wir bei keinem der verglichenen Tools gefunden. Und die beiden bekanntesten Gratis-Optionen finanzieren ihre kostenlose Stufe laut eigenen Angaben über Werbung, die euren Helfern angezeigt wird.

Preise und Funktionen

ToolPreisSelbsteintragung ohne AccountE-Mail + Kalender (.ics)Kuchenspenden-ListenExport
Gawaana0 € (1 Tag, max. 5 Boxen) / 3,49 €/Event / 28,49 €/JahrE-Mail nur in Bezahl-Tarifen„Spendenboxen“ (1 im Gratis-Tarif)PDF/XLS nur bezahlt
Standeinteilung.de0 € / 2,99 €/Eventkeine AngabeDruck/Excel nur bezahlt
helferliste.online0 € (nicht-kommerziell)Benachrichtigungen optionalPDF + QR, CSV
helferliste.com0 € (gesponsert)✓ inkl. .icskeine Angabe
LukifyListen gratis; Suite 4,99–19,99 €/Monatkeine Angabekeine Angabe
Helferstube19 €/Event — jede Größe, kein Abo✓ per QR-Code✓ Bestätigung + Erinnerung, .ics-Anhang✓ Slots + Zutaten-Abfrage✓ PDF + Excel inklusive

Ehrliche Empfehlung nach Anwendungsfall

  • Kleines einmaliges Fest, nur Vornamen, kein Budget: Funktional reicht ein Gratis-Tool wie helferliste.online oder helferliste.com (beide werbefrei, Server in Deutschland) völlig. Aber die unbequeme Wahrheit bleibt: Auch dann verlangt Art. 28 DSGVO einen AVV mit dem Anbieter — fragt also vorher nach, ob ihr einen bekommt.
  • Komplette Vereins-Suite gesucht (Mitglieder, Kassenbuch, Newsletter): Dann schaut euch Lukify an — das ist ein anderes Produkt als eine reine Helferliste, und für diesen Bedarf die passendere Kategorie.
  • Wiederkehrende Vereinsfeste mit echten Kontaktdaten: Spätestens hier sind AVV, Löschkonzept und Werbefreiheit keine Geschmacksfrage mehr, sondern die Pflicht-Kriterien — siehe oben.

Alternative zu Gawaana

Wer den Funktionsumfang von Gawaana mag, aber keine Werbung und kein Tracking auf den Seiten seiner Helfer will und einen AVV braucht: Genau dafür ist Helferstube gebaut — inklusive Kuchenspenden-Listen mit Slots, die Gawaanas „Spendenboxen“ entsprechen.

Alternative zu Standeinteilung.de

Die Einfachheit bleibt: Stände, Schichten, Helferlink — in wenigen Minuten steht die Liste. Dazu kommen AVV, Lösch-Automatik, E-Mail-Erinnerungen und Kalender-Einträge, ohne dass Helfer Werbung sehen.

Das Fazit in einem Satz

Bei Helfer-Tools ist die wichtigste Frage nicht „Was kostet es?“, sondern „Kann mein Verein damit seine Pflichten erfüllen — AVV, Löschung, Kontrolle über die Daten?“ — denn für die Antwort haftet nicht der Tool-Anbieter, sondern ihr.

Transparenz: Diese Seite wird von Helferstube betrieben. Alle Angaben zu anderen Anbietern stammen von deren öffentlichen Webseiten (Stand: Juni 2026) und werden regelmäßig geprüft. Sollte eine Angabe nicht mehr stimmen, schreibt uns an info@helferstube.de — wir korrigieren umgehend. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Brauchen wir wirklich einen AVV für ein Helferlisten-Tool?

Ja. Sobald ein Anbieter personenbezogene Helferdaten für euch verarbeitet — und das tut jedes Online-Tool —, verlangt Art. 28 DSGVO einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Das ist keine Empfehlung, sondern Pflicht; ohne AVV verstoßen Verein und Anbieter gleichermaßen. Bietet ein Tool keinen AVV an, könnt ihr es für Helferdaten nicht rechtskonform einsetzen — egal wie gut oder günstig es ist.

Drohen kleinen Vereinen wirklich Bußgelder?

Sie sind nicht der Alltag, aber sie sind real: Aufsichtsbehörden haben auch gegen kleine Organisationen Bußgelder verhängt — etwa für offene E-Mail-Verteiler oder fehlende AV-Verträge. Wahrscheinlicher als das Bußgeld ist aber der Weg dahin: Ein einziger verärgerter Helfer kann sich kostenlos bei der Landesdatenschutzbehörde beschweren — und dann müsst ihr AVV, Löschkonzept und Rechtsgrundlage vorzeigen können.

Ist Excel nicht die sichere Alternative?

Leider nein. Die Excel-Liste, die per Mail kursiert, erzeugt unkontrollierbare Kopien — damit kann der Verein Auskunfts- und Löschpflichten (Art. 15/17 DSGVO) faktisch nicht mehr erfüllen. Details im Ratgeber „Helferliste & DSGVO“.

Warum ist Helferstube nicht kostenlos wie die anderen?

Weil es kein Werbe- oder Datenmodell gibt: keine Anzeigen in der Helferansicht, kein Tracking, keine Datenweitergabe. Die 19 € pro Event bezahlen Server in Deutschland, AVV, Lösch-Automatik und Weiterentwicklung. Bei werbefinanzierten Gratis-Tools zahlt ihr auch — nur eben mit der Aufmerksamkeit und den Daten eurer Helfer.

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