Helferstube

Helferliste erstellen: Vorlage & Anleitung fürs Vereinsfest

Stand: 10. Juni 2026 · 8 Min. Lesezeit

Drei Wochen vor dem Fest sieht es in den meisten Vereinen so aus: Ein paar Zusagen stehen in der WhatsApp-Gruppe, zwei auf einem Zettel im Vereinsheim, der Rest in einer Excel-Datei, von der es inzwischen drei Versionen gibt. Wer am Samstag um 18 Uhr an der Theke steht? Weiß niemand so genau.

Eine gute Helferliste — je nach Verein auch Helfereinteilung oder Standeinteilung genannt — löst genau das: ein Ort, an dem steht, welche Stände es gibt, welche Schichten besetzt werden müssen — und wer sie übernimmt. In diesem Ratgeber bauen wir sie Schritt für Schritt auf, mit Faustregeln für Schichtlänge und Helferzahl und einer Vorlage zum Kopieren.

Was gehört in eine Helferliste?

Das Grundgerüst ist immer gleich, egal ob Kirmes, Schützenfest oder Sommerfest. Pro Zeile ein Dienst — also eine Person an einem Stand für eine Schicht:

TagStand / AufgabeSchichtPlätzeNameStatus
SaTheke18:00–20:303Anna, Mehmet, ?2 / 3
SaGrillstand18:00–20:302Karl, Petravoll
SoKuchentheke14:00–16:302?offen

Kontaktdaten (Handynummer, E-Mail) gehören in eine separate Liste, die nur die Orga sieht — nicht auf den Aushang. Warum das wichtig ist, steht im Ratgeber Helferliste & DSGVO.

Schritt für Schritt zur fertigen Liste

1. Alle Stände und Aufgaben sammeln

Geht das Fest einmal komplett durch — vom ersten bis zum letzten Handgriff. Vergessen werden regelmäßig: Aufbau und Abbau (die unbeliebtesten und wichtigsten Blöcke), Kassendienst, Spüldienst, Toiletten-Check, Parkplatzeinweisung und der Springer, der überall aushilft, wo es brennt.

2. Schichten schneiden

Erfahrungswerte aus vielen Vereinsfesten:

  • Theke, Grill, Kuchentheke: 2–3 Stunden. Das ist anstrengend — und eure Helfer wollen auch selbst feiern.
  • Kasse, Einlass, ruhige Posten: 3–4 Stunden sind okay.
  • Auf- und Abbau:als eigene Blöcke planen (z. B. „Freitag 16–19 Uhr“), nicht als Anhängsel anderer Schichten.
  • Übergaben: Schichten 15 Minuten überlappen lassen, damit Kasse und Stand sauber übergeben werden.

3. Helferbedarf kalkulieren

Pro Schicht, als Startwert zum Anpassen:

PostenHelfer pro Schicht
Theke1 pro Zapfhahn + 1 fürs Spülen
Grill / Imbiss2–3 (Grill, Ausgabe, Nachschub)
Kasse / Bons1–2
Kuchentheke2 (Ausgabe + Kaffee)
Springerca. 10 % aller Dienste

Zu Stoßzeiten — Samstagabend, direkt nach dem Umzug, Frühschoppen — doppelt besetzen. Ein zweitägiges Fest mit fünf, sechs Ständen landet so schnell bei 150 bis 200 Diensten. Das klingt viel, ist aber normal — und genau der Grund, warum die Zettelwirtschaft irgendwann kippt.

4. Die Liste füllen — von warm nach kalt

  1. Stammhelfer direkt ansprechen — die Leute, die jedes Jahr dabei sind, zuerst eintragen (lassen).
  2. Alle Mitglieder erreichen — Rundmail oder Vereinsgruppe, mit direktem Link oder QR-Code zur Liste.
  3. Das Umfeld aktivieren — Partner, Eltern, Förderverein, Nachbarn. Viele helfen gern, wenn man sie konkret fragt („Sonntag 14–16:30 Kuchentheke?“) statt allgemein („Wer kann helfen?“).

Der größte Hebel: Selbsteintragung. Wenn Helfer sich selbst einen freien Platz aussuchen können, sinkt die Hürde enorm — und die Orga muss nicht mehr jede Zusage einzeln einpflegen.

5. Die Woche vor dem Fest

  • 2–3 Tage vorher erinnern („Du bist am Samstag 18 Uhr an der Theke eingetragen“) — das verhindert die meisten No-Shows.
  • Lücken gezielt schließen: offene Schichten einzeln ausspielen, nicht die ganze Liste nochmal rumschicken.
  • Schichtleiter benennen: pro Stand eine Person, die am Festtag die aktuelle Liste hat und Ausfälle regelt.

Papier, Excel oder online?

Papier / AushangExcel + WhatsAppOnline-Tool
Selbsteintragungnur vor Ortnein — Orga pflegt einja, per Link/QR
Aktueller Stand für alleneinVersions-Chaosja, live
Erinnerungenmanuellmanuellautomatisch
DatenschutzAushang = heikelKopien überallsteuerbar
Kosten0 €0 €je nach Tool 0–20 €

Ehrliche Einordnung: Für ein kleines Fest mit einem Organisator und 20 Diensten reicht Excel völlig. Ab dem Punkt, an dem sich Helfer selbst eintragen sollen, mehrere Leute planen oder erinnert werden muss, rechnet sich ein Tool — in gesparter Zeit und in Nerven.

Die fünf häufigsten Fehler

  • Zu lange Schichten. Wer von 18 bis 24 Uhr an der Theke steht, meldet sich nächstes Jahr nicht wieder.
  • Auf- und Abbau vergessen. Sonntagabend um 22 Uhr stehen sonst immer dieselben drei Leute im leeren Zelt.
  • Die Liste liegt nur beim Vorstand. Jede Zusage läuft dann durch ein Nadelöhr — und genau dort versanden sie.
  • Keine Erinnerung. Zwischen Eintrag und Fest liegen oft Wochen. Ohne Erinnerung fehlen am Festtag 10–20 %.
  • Namen und Handynummern öffentlich aushängen. Das ist nicht nur unschön, sondern ein DSGVO-Problem — mehr dazu im Datenschutz-Ratgeber.

Vorlage: diese Struktur könnt ihr kopieren

Für Excel oder Papier — pro Tag ein Block, pro Zeile ein Dienst:

  1. Spalten: Tag · Stand/Aufgabe · Schicht (von–bis) · Plätze · Name(n) · Status (offen / teilbesetzt / voll)
  2. Separates Blatt (nur Orga): Name · Handynummer · E-Mail · Schichten
  3. Pro Stand ein Schichtleiter mit Festtags-Handynummer
  4. Springer-Zeilen für ca. 10 % der Dienste

Oder ihr spart euch das Gebaue: Mit Helferstube legt ihr die komplette Helfereinteilung — Stände, Schichten und Kuchenspenden — in wenigen Minuten an, teilt einen QR-Code, und die Helfer tragen sich selbst ein — mit automatischer Bestätigung und Erinnerung per E-Mail. Anlegen und Ausprobieren ist kostenlos; bezahlt wird erst beim Veröffentlichen (19 € pro Event).

Häufige Fragen

Wie lang sollte eine Helferschicht sein?

Bewährt haben sich 2 bis 3 Stunden an Theke, Grill und Kuchentheke und 3 bis 4 Stunden an ruhigeren Posten wie der Kasse. Länger als 4 Stunden sollte keine Schicht sein — eure Helfer wollen auch selbst feiern.

Wie viele Helfer brauche ich pro Stand?

Faustregel pro Schicht: Theke 1 Person pro Zapfhahn plus 1 fürs Spülen, Grill 2 bis 3, Kasse 1 bis 2, Kuchentheke 2. Zu Stoßzeiten (Samstagabend, nach dem Umzug) doppelt besetzen und etwa 10 % Springer einplanen.

Excel, Papier oder Online-Tool — was ist besser?

Papier und Excel funktionieren bei kleinen Festen mit einem Organisator. Sobald sich Helfer selbst eintragen sollen, mehrere Personen planen oder Erinnerungen nötig sind, spart ein Online-Tool die meiste Zeit — und vermeidet das Versions-Chaos.

Was mache ich bei kurzfristigen Absagen?

Erstens: Springer-Schichten von Anfang an einplanen (ca. 10 % der Dienste). Zweitens: eine Tauschregel kommunizieren — wer absagt, fragt zuerst selbst einen Ersatz an. Drittens: 2 bis 3 Tage vorher erinnern, das verhindert die meisten No-Shows.

Dürfen wir die Helferliste einfach im Vereinsheim aushängen?

Vorsicht: Eine Liste mit Namen und Handynummern öffentlich auszuhängen ist eine Datenschutz-Falle. Was erlaubt ist und was nicht, erklärt unser Ratgeber „Helferliste & DSGVO“.

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